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8. Dezember 2025 Der
Große
Bauernkrieg 1524/25
1524 und 1525, vor
nunmehr 500 Jahren, war die Hauptphase des Großen Bauernkriegs im
deutschen Sprachraum. Den Anfang der Kette der Aufstände machten die
Stühlinger Bauern in einem großen Raum, der vom Schwarzwald bis an den
Bodensee reicht. Nicht zeitgleich und nicht koordiniert gab es Aufstände
zwischen dem Schweizer Bernbiet, dem Elsass, Teilen Österreichs bis
hinunter nach Thüringen.
In Stühlingen (Kreis Waldshut) gab es
Gedenk-Veranstaltungen und in Bad Schussenried gab es 2024 und 25 zur
500. Jährung eine beeindruckende Ausstellung zu diesem Aufstand. In
Freiburg gähnte Leere, hier kristallisiert sich die geschichtliche
Erinnerung im neuen "Dokumentationszentrum Nationalsozialismus" und
dessen Thema ist nicht der Bauernkrieg, der auch in Freiburg und im
Breisgau stattfand. Lehen, heute ein Stadtteil von Freiburg, war sogar
schon 1513 ein Aufstandszentrum gewesen, mit dem sich der Name Bundschuh
verbindet. Noch in den 1970er Jahren in den Anfängen der grünen Bewegung
wurde gerne auf den Bauernaufruhr in der ganzen Alemannia und weit
darüber hinaus zurückverwiesen.
In 12 weitverbreiteten Artikeln forderten die
Bauern unter anderem
„die
freie Wahl des Pfarrers durch die Gemeinde, Aufhebung der
Leibeigenschaft, Freiheit von Jagd und Fischfang, Rückgabe der
entfremdeten Allmenden, gerechte und gleiche Behandlung für alle vor
Gericht sowie wirtschaftliche Erleichterungen.“ Man wollte nur Gott und
dem Kaiser untertan sein. Diese demokratisch wirkenden Forderungen mögen
der heutigen in Freiburg besonders starken rotgrünen etablierten
Macht unangenehm
sein. Anders beim Volksaufstand von Wyhl und Umgebung gegen den Bau
eines Kernkraftwerks Anfang der 70er Jahre. Damals nahmen auch viele
Sozialisten und Kommunisten, revolutionär gesinnte Studenten aus der
Universitätsstadt Freiburg an der Bewegung teil, die sich den Bundschuh
und den Großen Bauernkrieg zum Vorbild nahm. Heute sind welche von den
Rebellen von damals an der Macht.
Dieser Krieg wurde äußerst brutal
ausgefochten. Einmal von den Bauern, die Schlösser und Klöster
niederbrannten, tausende Menschen wurden ermordet. Im Mai 1525 war
Freiburg von den Aufständischen aus allen Himmelsrichtungen umzingelt,
es waren Haufen aus (in heutigen geografischen Begriffen) dem
Schwarzwald, dem Markgräflerland, dem Kaiserstuhl und der südlichen
Ortenau beteiligt. Sie erzwangen „in einer eindrucksvollen militärischen
Zusammenarbeit“ (H. Buszello) die Kapitulation von Freiburg. Die Stadt
musste der Bauernbewegung beitreten und für die Unversehrtheit ihrer
geistlichen und weltlichen Herren ein Lösegeld zahlen. Aber die
Obrigkeiten warfen überall früher oder später die Aufstände mit größter
Brutalität nieder. „Auch Freiburg tat sich dabei unrühmlich hervor. Die
Bauernführer wurden gehängt, geköpft und gevierteilt.“ (B. Sütterlin).
Die Kampf-, Straf- und
Hinrichtungsmethoden im Großen Bauernkrieg waren der Zeit entsprechend
grauenhaft; man ist geneigt zu sagen, Gott sei Dank gibt es heute so
etwas nicht mehr. Aber halt. Etwa im „befreiten“ Libyen wurde Präsident
Gaddafi 2011 vom Mob gepfählt. Die „Befreiung“ hatten amerikanische,
englische, französische und kanadische Streitkräfte unter Führung der
NATO durchgeführt, sie flogen „26.500 Einsätze, darunter 7.000
Bombenangriffe gegen Gaddafis Truppen“. Und: Zwischen den Frontlinien in
der Ukraine bleiben hunderttausende zerfetzt oder verstümmelt liegen.
Und grüne, rote und schwarze Politiker trommeln zum Weitermachen. |