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13. Juli 2026
Islam im Westen, Christentum im Osten
Wir leben in einer Welt
voller Lügen. Lüge, Fälschung, Verzerrung, Halbwahrheit scheinen die
Hauptmittel der Politik zu sein. Immer werden damit Interessen
kaschiert. Eine schreckliche Erkenntnis meiner letzten Jahre ist, dass
die Unwahrheit nicht nur beim politischen Gegner zu Hause ist, sondern
auch auf der eigenen Seite.
Schon vor, aber besonders nach 2015 setzte ich mich gegen die
islamische Masseneinwanderung ein. Ich versuchte in der deutschen
Öffentlichkeit, die mit blindem, politisch gesteuertem Optimismus
geschlagenen ist, im Rahmen meiner nur höchst bescheidenen Mittel
aufzuklären.
Eine politische Bewegung, an der man teilnimmt, kann man
befeuern, aber nicht steuern. Es kommt meistens anders als man denkt.
Das wusste ich schon damals und war darauf gefasst, wieder ausscheren
oder an den Rand treten zu müssen, wenn das Kind mit dem Bad
ausgeschüttet wird. Ich hatte jahrzehntelang zeitweise tiefen Einblick
in die Gesellschaft besonders der Türkei und Kurdistans, etwas aber auch
des Iran, Syriens und Aserbaidschans. Von daher wusste ich schon seit
den 70er Jahren, dass mit dem Islam nicht zu spaßen ist. Ich konnte und
kann aber auch sehen, dass die Unwissenheit und die Vorurteile gegenüber
islamischen Gesellschaften auf Seiten der Islamkritiker oft enorm sind
und von interessierter Seite gezielt gefördert werden.
Es ist wichtig zu unterscheiden, was der Islam in bisher
christlichen und/oder aufgeklärten Ländern Europas bringt und was er im
Orient und seinen anderen alten Verbreitungsgebieten macht. Eine weitere
Islamisierung Deutschlands lehne ich kategorisch ab und unterstütze ihre
Rückabwicklung, soweit sie durch legale Mittel erreichbar ist –
Einwanderungsstopp, Abschiebung der abgelehnten Asylbewerber und der
Kriminellen.
Im Nahen Osten hat der Islamische Staat (IS) zuletzt gezeigt,
was der Islam zustande bringen kann, wenn er politisch genutzt wird.
Islamische Terroristen hatten dort eine Schreckenswelt verwirklicht und
die Methoden der militärischen Ausbreitung des Islam unter Mohammed vor
über 1400 Jahren eins zu eins zu kopieren versucht. Der IS ist aber seit
einigen Jahren zurückgeschlagen; einen großen Anteil dabei hat ein
islamisches Volk, die Kurden, sowie Teile des Irak und der Iran. In
Damaskus sind heute ehemalige Terroristen an der Macht und werden in
Washington und Berlin hofiert.
Inzwischen ist es aber Israel, das in Nahen Osten Tod und
Schrecken verbreitet. Mit der Bombardierung Gazas mit 10.000en Kindern,
Frauen und Männern als Opfer, mit der gewaltsamen Ausbreitung der
jüdischen Siedlungen im Westjordanland, mit der Bombardierung Libanons
und des Iran hat sich Israel unter Netanjahu im Orient eine Art
Gewaltmonopol geschaffen und will sich einen Großstaat in biblischen
Grenzen schaffen – es zeigt einen ähnlichen Fanatismus wie der IS. Nicht
umsonst sieht Netanjahu die Ausrottung der Amalekiter als Vorbild - der
Thora zufolge soll Gott einen Völkermord an Kind, Frau, Mann und Vieh
der Amalekiter befohlen haben, die den Israeliten im Weg standen. In
Teilen der islamkritischen Bewegung, auch in Teilen der AfD, werden die
Gräuel Israels als Kavaliersdelikt angesehen – auch Merz dankte Israel,
dass es die „Drecksarbeit“ erledigt – und die zionistischen Influencer
in Deutschland tun alles, um die israelische Expansion zu rechtfertigen
und allen Zorn auf die Muslime dort und in Europa zu lenken.
Dabei ist nicht einmal der Islamische Staat im Irak und in
Syrien allein aus dem Islam heraus zu erklären. Damit er überhaupt
hochkommen konnte, mussten die säkularen Diktaturen in diesen Ländern
beseitigt oder handlungsunfähig gemacht werden. In beiden von der
arabischen Baath-Partei regierten Ländern herrschten westeuropäisch
inspirierte gesellschaftliche Verhältnisse; die Religionen, besonders
auch das Christentum, konnten frei ausgeübt werden, sofern sie sich der
Herrschaft unterwarfen. Der irakische Außenminister war Christ gewesen.
Die Frauen der Oberschicht trugen keine Schleier, auch
Fernsehansagerinnen nicht.
Den USA mit seiner starken Israel-Lobby gefiel es, an der
Spitze von Koalitionen beide Regime zu beseitigen. Die Verheerung, die
die ausländischen Interventionen in diesen Ländern anrichteten, wurden
Saddam Hussein und Baschar al Assad angelastet. Pfarrer Peter Fuchs von
der Hilfsorganisation Christian Solidarity International (CSI)
beschriebt die Situation in einem Interview 2025 rückblickend: „Uns
haben unsere Projektpartner in Syrien gesagt, dass die
Wirtschaftssanktionen wie Massenvernichtungswaffen wirken. Sie trafen
das ganze Land, insbesondere die Armen. Diese Wirtschaftssanktionen
haben wesentlich dazu beigetragen, dass 90 Prozent der Bevölkerung unter
der Armutsgrenze lebt.
Die medizinische Infrastruktur in den Krankenhäusern ist
desaströs, weil ja nicht einmal Überweisungen von und nach Syrien
möglich waren.“ Pfarrer Fuchs fährt fort: „Die Wirtschaftssanktionen
waren sicher der größte Faktor, der die Migrationswelle aus Syrien
angefeuert hat.“
In diesem Umfeld wurde der Islamische Staat geboren; seine
Geburtshelfer waren die jahrzehntelange schwelende Wunde Palästina, die
Demütigung der Araber und Moslems durch die amerikanisch-israelischen
Interventionen und das Machtvakuum, das durch den Sturz des irakischen
Regimes und die Niederhaltung des syrischen Regimes entstand. Nicht nur
die internationalen Sanktionen, sondern auch die Heraufbeschwörung des
islamischen Terrors durch Hilfen aus den USA, Israel, der Türkei und
anderen Ländern trieben die orientalischen Christen aus ihren Ländern
hinaus. Am Exodus und Sterben des Christentums in Syrien und im Irak
sind an erster Stelle die größte „christliche“ Nation sowie Israel
schuld.
Pfarrer Fuchs sah die Zukunft des Christentums in Syrien vor
einem Jahr jedenfalls schwarz, er stand noch unter dem Eindruck des
Selbstmordanschlags auf die St. Elias-Kirche in Damaskus wenige Wochen
vorher. Er forderte 25 Todesopfer. Das neue syrische Regime machte den
IS dafür verantwortlich, der noch in Resten aktiv ist.
Mein persönlicher Eindruck ist, dass sich die Lage in Syrien
seit damals wieder etwas stabilisiert hat. Für den Irak konnte Fuchs
schon damals sagen: „Die christlichen Gemeinden in den Kurdengebieten
erstarken schon wieder.“
Unter starkem Druck stehen die Christen heute im Libanon, im
Westjordanland und in Jerusalem. Pfarrer Fuchs: „Abt Nikodemus Schnabel
meinte kürzlich, dass es für ihn [in Jerusalem] mittlerweile keine Frage
mehr ist, ob er [von orthodoxen Juden] angespuckt und beschimpft wird,
sondern wie oft am Tag ... Und er bestätigt, dass zionistische Siedler
jetzt auch Taybeh angegriffen und Autos und Häuser angezündet haben. Es
gab auch Tote. [Taybeh ist die letzte vollständig von palästinensischen
Christen bewohnte Stadt im Westjordanland.] Die israelische Armee hat
sich nach Medienangaben auf die Seite der Siedler gestellt. Eine
israelische Zeitung schrieb, dass diese zionistischen Siedler von
ausgeprägtem Christenhass angetrieben würden. Blinder Hass gegen
friedliche Menschen.“ Diese Unterdrückung ist im Jahr seit dem Interview
weiter gegangen.
Die USA haben den Nahen Osten ihren geostrategischen und
letztlich Rohstoffinteressen unterworfen. Israel ist dazu ein Mittel –
eines mit eigenen Expansionsgelüsten. Etwa vor der Küste des Libanon und
Gazas liegen riesige Gasvorkommen.
Um für ihre ständigen Aggressionen und Kriege Zustimmung zu
bekommen, zeichnen sie in Deutschland und Europa ein möglichst düsteres,
undifferenziertes Bild vom Islam. Viele in der von eigenen, internen
Problemen mit dem Islam gestressten Öffentlichkeit nehmen die
zionistische Propaganda für bare Münze und lassen sich von vernünftigen
Lösungen der reichlich existierenden Probleme wegführen; stattdessen:
„Schlagt sie, wo ihr sie trefft“. |